Fabrice di Falco

 

Der auf Martinique geborene französische Countertenor Fabrice di Falco studierte bei Liliane Mazeron und Rachel Yakar in Paris. Wesentliche künstlerische Impulse erhielt er in einem Meisterkurs für Barockinterpretation bei Gérard Lesne.
Seine ersten Opernrollen verkörperte Fabrice die Falco unter Dirigenten wie Patrick Bismuth, Alfred Herzog, Laure Morabito, in Opern von Haendel („Sémélé“, „Julius Caesar“) und Monteverdi („Die Krönung der Poppea“).

 

Schon bald lud Jean-Claude Malgoire ihn ein, im Rahmen des Atelier Lyrique de Tourcoing, die Rolle des Narciso in der Oper „Agrippina“ von Händel (mit Véronique Gens, Lawrence Zazzo, Nigel Smith, Bernard Deletré) u.a. im Théâtre des Champs Elysées, im Theater von Tourcoing, in der Oper Rennes und in Wiesbaden (Deutschland) zu singen.

 

Auch auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik machte er sich rasch einen guten Namen: So lud ihn Peter Ruzicka im Rahmen der Münchner Biennale und des ZKM Karlsruhe ein, eine der Hauptrollen der zeitgenössischen Oper „Heptaméron“ von Gerhard Winkler zu übernehmen. Regelmäßig singt er in Uraufführungen der bedeutendsten französischen Komponisten,, so z.B. die Rolle des Fougère in „Les Quatres Jumelles“ von Régis Campo in Paris, den Diouf in „Les Nègres“ von Michael Levinas an den Opernhäusern von Lyon und Genf, die Hauptrolle in Florence Baschets Oper „Piranhas“ in Annecy, Grenoble und Paris, sowie 2011 „Die Verwandlung“ von Levinas (nach Franz Kafka) an der Oper von Lille.
Als Cover von Axel Köhler studierte er am Teatro Real in Madrid die Rolle des Adschib in „L‘Upupa“ von Henze ein, die er dann auch mit großem Erfolg an der Oper Lyon und in Tokyo mit dem Tokyo Symphony Orchestra sang.

Sein Debüt als Oberon in Brittens „Sommer-nachtstraum“ gab Fabrice di Falco am Teatro Colon in Buenos Aires und sang dieselbe Partie danach auch an der Opéra de Nice mit großem Erfolg.
Zu den Dirigenten und Regisseuren, mit denen Fabrice di Falco gearbeitet hat, zählen u.a. Jean-Claude Malgoire, Russel Keable, Grant Llewellyn, Bernard Kontarsky, Mark Foster, Stanislas Nordey, Frédéric Fisbach, Jean-François Vinciguerra und Paul-Emile Fourny.

 

Mit Konzertprogrammen mit Arien für Kastraten und anderen barocken Werken konnte er bei zahlreichen internationalen Festivals in Europa und Übersee Publikum und Kritik überzeugen.
Auf Grund seiner Liebe zum Jazz nahm er die Einladung des afrikanischen Saxophonisten Manu Dibango an, den ersten Teil seines Konzerts im berühmten ‚Olympia’ in Paris zu bestreiten: Fabrice di Falco bot dort ein Programm, das vom Barock bis zum Jazz reichte. Seither singt Fabrice di Falco häufig Barockarien in Jazz-Bearbeitungen mit dem von ihm gegründeten Di Falco Quartett.


Fabrice di Falco legte bereits eine Reihe von CD-Aufnahmen vor, u.a. „Ombra mai fu“ bei JVC mit Arrangements von Mike Gibbs, das Album „Glassharmonica“ bei Naxos, „Agrippina“ von Händel bei Dynamic (auch als DVD), „L‘Hepta-méron“ von Winkler bei Col Legno und „Les Nègres“ von Michaël Levinas bei Eon Music. 2013 erscheint die CD „Hommage von Farinelli an den König des Pops“, auf der Countertenor alle seine Facetten von der Oper über den Sprechgesang zum Pop zeigt.


2014 hatte Fabrice di Falco an der Opéra du Rhin in Strasbourg und Mulhouse in der Welturaufführung der Oper „Quai Ouest“ von Régis Campoals als "Fak". 2015 wird er dieselbe Partie in der deutschen Erstaufführung des Werkes am Staatstheater Nürnberg singen. In demselben Jahr ist auch eine Uraufführung eines Werkes von Michael Levinas mit Fabrice di Falco in einer zentralen Rolle geplant.