Johann Strauss Ensemble der Wiener Symphoniker

 Das Johann Strauss Ensemble der Wiener Symphoniker wurde 1965 gegründet und ist eine Nachbildung jenes Orchesters, mit dem Johann Strauss Sohn im Jahre 1844 im Casino Dommayer in Wien-Hietzing seine große Karriere begann.

Ebenso wie sein Vater und Joseph Lanner konzertierte auch der junge Johann Strauss lange Zeit mit einem kleinen Orchester. Das Gesuch des damals 19jährigen Johann Strauss um Genehmigung des Orchesters findet sich heute noch im Archiv der Wiener Stadtbibliothek. Als man eines Tages auf diese Dokumente stieß, entstand der Gedanke, die traditionelle Besetzung wieder aufleben zu lassen.

Zwölf Musiker der Wiener Symphoniker unter der Leitung von Konzertmeister Walter Puschacher setzten diese Idee im Jahre 1965 in die Tat um. Der Tradition entsprechend ist der Primgeiger zugleich der künstlerische Leiter. Hauptanliegen des Ensembles war und ist es, die Musik der Strauss-Dynastie und Joseph Lanners, sowie auch die Tanzmusik der Wiener Klassiker, in authentischer Weise zu interpretieren.

Es entstand eine langjährige Zusammenarbeit mit Hans Totzauer, damals Kapellmeister am Wiener Burgtheater. Er arrangierte unzählige Stücke der Strauss – Dynastie, Joseph Lanners und der Wiener Klassiker für das Ensemble. Diese Arrangements sind heute der größte Schatz des Johann Strauss Ensembles. Sein Sohn Peter setzt diese Tradition in schöner Weise fort.

Die ersten zehn Jahre des Ensembles waren geprägt von Konzertmeister Walter Puschacher. In die ersten Jahre fielen die ersten Konzerte in Österreich, Tourneen nach Deutschland, Schweiz und Italien. Die erste große Überseetournee führte 1970 nach Südafrika und 1971 folgte die erste von sieben Amerikareisen. Diese Tourneen dauerten bis zu sechs Wochen und führten in fast alle Teile der USA und Kanadas.

1975 übernahm Peter Guth die musikalische Leitung des Ensembles. Mit ihm setzten sich die USA Reisen fort, 1976 waren es sogar zwei fünfwöchige USA/Kanada Tourneen. Dazu kamen Frankreich und Schweden, immer wieder Deutschland, Schweiz, und viele Konzerte in Österreich. In Wien konzertierte man vor allem in den Sträußl–Sälen im Theater in der Josefstadt und im Schloß Schönbrunn.

1984 begann die Zusammenarbeit mit Johannes Wildner. Mit ihm setzten sich die Schweden, Norwegen und Finnland Tourneen fort, dazu kamen regelmäßige Konzerte bei den Bregenzer Festspielen, im Kammermusikzyklus der Wiener Symphoniker im Brahmssaal, sowie Reisen nach Südtirol und Polen. Vor allem aber begannen 1989 die jährlichen Konzerttourneen nach Japan, die bis heute einen festen Bestandteil des Konzertkalenders darstellen.

2008 leitete erstmals Konzertmeister Anton Sorokow die alljährliche Japantournee. Seither wird das Ensemble alternierend von Johannes Wildner und Anton Sorokow geleitet.
Zusätzlich zu den bis heute über 1100 Konzerten entstanden viele Schallplatten, CDs und auch Filmaufnahmen mit Werken der Strauss-Dynastie und Joseph Lanners. Immer wieder wurden auch Sängerinnen und Sänger in die Programme einbezogen.